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Arla, Hocheifel

Arla zapft per Stromschiene - individuell modifiziertes Verteiler-System für den flexiblen Einsatz

Hygiene-Anforderungen an Materialien, die innerhalb der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln eingesetzt werden, vertragen sich normalerweise nicht mit der klassischen Stromschiene. Dabei ist diese Nahrungsmittelbranche prädestiniert dafür, Stromschienensysteme der Kabelinstallation vorzuziehen.

Für den Einsatz in der neu gebauten Abfüllhalle von Arla modifizierte ABH das vorhandene Schienensystem der Baureihe E-Line KX gemäß den strengen Vorgaben des Auftraggebers. Arla ist damit der erste Lebensmittelproduzent, der auf ein Stromschienenverteiler-System in der Produktion setzt. Und das aus gutem Grund.

Wirtschaftlich und hygienisch sinnvolle Stromschienen-Systeme

Gute Milch sorgfältig verarbeitet. So lautet das Credo von Arla, Europas führendem Hersteller von H-Milch und haltbaren Milchprodukten. Das Unternehmen steht für modernste Produktion und schonende Verarbeitung der Rohmilch. Für seine Spitzenqualität wurde das Unternehmen bereits mehrfach vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit dem Bundesehrenpreis ausgezeichnet.

In Pronsfeld (Eifel) werden täglich ca.3,5 Mio. Liter Rohmilch verarbeitet. Über 44 Abfüllmaschinen produzieren stündlich ca. 320.000 Verpackungseinheiten. Um für die Verarbeitung noch größerer Mengen gerüstet zu sein, sollte eine neue Abfüllhalle gebaut werden.

Die neue Abfüllhalle sollte für insgesamt 20 Maschinen ausgelegt sein. Die Maschinen sollten nebeneinander stehen und von einem zentralen Niederspannungs-Hauptverteiler mit Einzelanschlüssen ausgestattet werden. In eben diesem Umfeld hat die Verwendung von Stromschienenverteiler-Systemen im Vergleich zur klassischen Kabelinstallation enorme Vorteile: Bei Umbauten innerhalb der Produktionshalle, beispielsweise durch die Installation einer neuen Maschine, müssen dank des modularen Systems keine Kabel verlegt werden. Die flexible Energieentnahme aus Abgangskästen ermöglicht das schnelle Anschließen der neuen Gerätschaften, ohne die laufende Produktion durch neue Kabelinstallationen zu stören. Zudem ist der Kabelweg weitaus kürzer, da dieser nur zwischen Maschine und Abgangskasten herführt. Im Bedarfsfall kann das System so schnell und kostengünstig gewartet werden.

Der Weg zur Hygienetauglichkeit
Bei allen Vorteilen, die das Schienensystem mit sich bringt, was nützt es, wenn es in den Bereichen, in denen Lebensmittel produziert oder verarbeitet wird, nicht eingesetzt werden darf? Hier leisten  ABH und EAE Pinonierarbeit: Das bestehende Stromschienen-System E-Line KX wurde innerhalb weniger Wochen derart modifiziert, dass es den hohen Hygienestandards der Lebensmittelindustrie entspricht. Als feuchtigkeitsresistentes Material wurden die Schrauben und Abgangskästen mit nicht rostenden Metallen und in der Schutzart IP 67 ausgestattet. Die Dichtungen wurden als lebensmittel- tauglich abgenommen. Die Schienenverteiler halten auch höchsten Belastungen, beispielsweise bei der täglichen Reinigung mittels Dampfstrahlern, problemlos stand. Aufgrund der geringeren Verlustleistungen beim Energietransport erweisen sich die Stromschienen zudem langfristig als ökonomischer und wirtschaftlicher als die klassische Kabelinstallation.