Stromdichte
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Die Stromdichte ist eine zentrale Kenngröße in der Elektrotechnik und maßgeblich für die thermische Auslegung elektrischer Leiter. Sie gibt an, wie viel elektrischer Strom durch eine definierte Querschnittsfläche fließt, und hat direkten Einfluss auf die Dimensionierung von Leitungen, Leiterplatten und Stromschienen.
Eine fachgerechte Betrachtung der Stromdichte ist somit entscheidend, um Überhitzung zu vermeiden, die Betriebssicherheit zu gewährleisten und eine effiziente Energieverteilung sicherzustellen.
In diesem Glossar Beitrag erfahren Sie, wie die Stromdichte berechnet wird, welche physikalischen Zusammenhänge es zu beachten gilt und welche Auswirkungen unterschiedliche Leiterdimensionen in der Praxis haben.
Was ist die Stromdichte?
Die Stromdichte ist eine grundlegende physikalische Größe der Elektrotechnik. Sie gibt an, wie viel elektrischer Strom durch eine bestimmte Querschnittsfläche eines Leiters fließt. Ihre exakte Definition lautet:
J=A/I
Dabei steht:
- J für die Stromdichte in Ampere pro Quadratmillimeter (A/mm²) oder Quadratmeter (A/m²),
- I für den elektrischen Strom in Ampere (A),
- A für die durchflossene Querschnittsfläche des Leiters in Quadratmillimetern (mm²) oder Quadratmetern (m²).
In der Praxis wird die Stromdichte meist in A/mm² angegeben, insbesondere bei der Auslegung von Kupfer- oder Aluminiumleitern sowie Leiterbahnen.
Über die Einheiten Ampere, Ohm & Volt haben wir übrigens ebenfalls einen Beitrag im Glossar veröffentlicht.
Bedeutung der Stromdichte
Die Stromdichte ist ein wichtiges Kriterium bei der Dimensionierung von elektrischen Leitern, Leiterplatten, Stromschienen und anderen stromführenden Komponenten. Eine zu hohe Stromdichte führt zur Erwärmung des Leiters. Diese thermische Belastung kann die Isolierung langfristig beschädigen, die Materialstruktur verändern und im schlimmsten Fall zu einem Ausfall oder Brand führen.
Ein weiterer Einflussfaktor ist die Frequenz des Stroms. Bei höheren Frequenzen tritt der sogenannte Skin-Effekt auf. Dabei verteilt sich der elektrische Strom zunehmend auf den Randbereich des Leiters, wodurch sich der effektive Querschnitt verringert. Dies erhöht die Stromdichte lokal zusätzlich. Der Skin-Effekt muss bei der Planung von Hochfrequenzanwendungen oder Stromschienen in Wechselstromsystemen berücksichtigt werden.
Beispiel: Einfluss des Leiterquerschnitts auf die Stromdichte
Ein anschauliches Beispiel zeigt, wie stark sich die Stromdichte in Abhängigkeit vom Leiterdurchmesser verändert – selbst bei konstantem Stromfluss:
Gegeben: Stromstärke = 10 A (gleichbleibend)
| Leiterdurchmesser | Querschnittsfläche | Stromdichte bei 10 A |
|---|---|---|
| 1 mm | 0,785 mm² | 12,74 A/mm² |
| 2 mm | 3,14 mm² | 3,18 A/mm² |
| 4 mm | 12,57 mm² | 0,80 A/mm² |
Mit zunehmendem Leiterquerschnitt sinkt die Stromdichte deutlich. Je kleiner der Querschnitt eines Leiters bei gleichbleibendem Strom, desto höher fällt die Stromdichte aus und desto größer ist die thermische Belastung.
Praktische Beispiele aus der Anwendung
Die folgenden Praxisbeispiele verdeutlichen typische Stromdichtewerte in verschiedenen Anwendungsfeldern:
| Anwendung | Geometrie / Maße | Strom | Querschnittsfläche | Stromdichte |
|---|---|---|---|---|
| Kupfer-Einzelleitung | Durchmesser: 1 mm | 8 A | 0,785 mm² | 10,2 A/mm² |
| Leiterbahn auf Leiterplatte | Breite: 0,5 mm Dicke: 0,035 mm | 200 mA | 0,0175 mm² | 11,43 A/mm² |
Diese Werte zeigen, dass insbesondere bei platzsparenden Anwendungen, wie beispielsweise in der Leiterplattentechnik oder bei kompakten Stromverteilungen, eine präzise Dimensionierung der Leiter erforderlich ist, um eine Überhitzung zu verhindern.
Relevanz von Stromdichte in der Praxis
Die Stromdichte spielt eine bedeutende Rolle in zahlreichen technischen Bereichen:
- Planung und Auslegung von Stromschienen
- Leiterplattendesign in der Elektronik
- Energieverteilung im Schaltschrankbau
- Auslegung von Kabeln in der Gebäudetechnik.
- Entwicklung von Hochstromanwendungen in der Elektromobilität.
Die Auswahl eines geeigneten Leiterquerschnitts ist dabei stets ein Kompromiss aus Strombelastbarkeit, Platzbedarf, Gewicht, Kosten und Sicherheit.
Fazit: Die Stromdichte ist relevant Sicherheit und Effizienz elektrischer Anlagen
Die Stromdichte ist ein zentraler Anhaltspunkt für die thermische und elektrische Auslegung von Leitersystemen. Eine sorgfältige Berechnung und Bewertung ist daher unerlässlich, um die Betriebssicherheit elektrischer Anlagen zu gewährleisten, die Materialkosten zu optimieren und eine effiziente Energieverteilung sicherzustellen.
Die theoretischen Grundlagen zur Stromdichte finden in den Produkten von ABH direkte Anwendung. Bei uns steht die optimale Auslegung auf Strombelastbarkeit, thermische Sicherheit und Bauraumoptimierung im Mittelpunkt – egal, ob es um die Planung individueller Stromschienensysteme oder die Auswahl geeigneter Sammelschienen geht.
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