Blindleistung

Blindleistung wird in vielen industriellen Anwendungen benötigt. Dazu gehören Motoren und Generatoren. Auch in Haushaltsgeräten wie Kühlschränken und Klimaanlagen wird Blindleistung benötigt.

In diesem Glossar Beitrag erläutern wir, was hinter dem Konzept steckt und wie man die Blindleistung berechnet. 

Was ist Blindleistung

Was ist Blindleistung?

Haben Sie gewusst, dass unter anderem Stromnetzbetreiber eine bestimmte elektrische Leistung zur Verfügung stellen müssen, die nicht direkt verbraucht wird? Diese Leistung wird Blindleistung genannt. 

Zwei Arten von Blindleistungen können unterschieden werden:

  1. Induktive Blindleistung entsteht durch Geräte wie Spulen und Transformatoren, die Magnetfelder erzeugen.
  2. Geräte, die elektrische Felder in Kondensatoren speichern, erzeugen kapazitive Blindleistung.

 

Blindleistung hat einen negativen Einfluss auf die Effizienz und die Stabilität eines Stromnetzes. Kompensationsmethoden sind z.B. der Einsatz von Kondensatoren zur Kompensation der induktiven Blindleistung oder Phasenschieber.

Wie wird Blindleistung erzeugt?

In einigen Geräten befinden sich Bauteile, die wie kleine Magnete oder wie ein Speicher wirken. Das hat zur Folge, dass der Strom nicht immer gleichzeitig mit der Spannung fließt. Diese Verzögerung wird als Phasenverschiebung bezeichnet. Durch die Phasenverschiebung entsteht nicht nur die verbrauchte Energie (Wirkleistung), sondern auch die Blindleistung.

Die Wirkleistung (P) ist die Leistung, die nach Umwandlung in Wärme tatsächlich verbraucht wird. Sie wird in Watt (W) gemessen.

Die Blindleistung (Q) ist die Leistung, die zum Aufbau elektrischer und magnetischer Felder benötigt, aber nicht direkt genutzt wird. Sie wird in reaktiven Voltampere (Var) gemessen. 

Lesetipp: In unserem Glossar erklären wir, was hinter den Begriffen Watt, Joule und Newton steckt

Formeln und Berechnung

Die Blindleistung wird durch den Winkel der Phasenverschiebung (ϕ) zwischen Strom und Spannung bestimmt. Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel:

Q=V⋅I⋅sin(φ)

Dabei ist Q die Blindleistung, V die Spannung, I der Strom und ϕ der Phasenverschiebungswinkel. Die Scheinleistung (S), die sich aus der Summe von Wirk- und Blindleistung zusammensetzt, wird wie folgt berechnet:

S= +

Warum ist die Blindleistung wichtig?

Blindleistung wird benötigt, um Magnetfelder in Transformatoren, Generatoren und Elektromotoren aufzubauen. Außerdem werden Kondensatoren aufgeladen. Blindleistung wird zwar nicht direkt in nutzbare Energie umgewandelt, dennoch ist sie für den Betrieb vieler elektrischer Geräte unentbehrlich.

Stromnetzbetreiber müssen Vorschriften zur Blindleistungskompensation einhalten. Damit soll die Netzstabilität gewährleistet werden. Dies kann sich auch auf die Stromtarife und auf die Netzentgelte auswirken.

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Die Bereitstellung von Blindleistung ist ein wichtiger Bestandteil der elektrischen Energieversorgung. Trotz ihrer indirekten Nutzung ist sie unverzichtbar, um zahlreiche elektrische Geräte zu betreiben und die Netzstabilität zu gewährleisten. Durch gezielte Kompensation kann die Effizienz des Netzes erhöht werden.

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